• Rückblick TV-Duell 2009: Höhepunkte aus Sicht von Unentschlossenen

    Am 01. September findet die 90-minütige Fernsehdebatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem sozialdemokratischen Herausforderer Peer Steinbrück statt. Den deutschen Fernsehdebatten wird von der empirischen Politikforschung eine hohe Relevanz zugesprochen. Grund genug, noch einmal die Debatte des letzen Bundestagswahlkampfes Revue passieren zu lassen, die immerhin 14,2 Millionen Fernsehzuschauer live verfolgt haben und über die umfangreich in den Medien berichtet wurde. 

    Bei meinem Blog-Beitrag aus dem Juli habe ich mich den Höhepunkten des TV-Duells aus Sicht von CDU-Wählern gewidmet und dabei, angelehnt an George Lakoff, besonders darauf geachtet, ob hierbei eher Fakten oder eher die persönlich, emotionale Ansprache des Betrachters im Vordergrund stand. Die Ergebnisse ware zwar nicht so eindeutig wie vermutet, allerdings wurde bei vielen der Top Aussagen der emotionale Bezug zum Publikum deutlich.  
     
    Bei dieser Auswertung betrachte ich die unentschlossenen Wähler. Entsprechend meinem letzten Blog-Beitrag zur Definition von unentschlossenen Wählern habe ich diese wie folgt operationalisiert: Personen, die bestimmt bzw. wahrscheinlich zur Wahl gehen wollen, aber bei der Sonntagsfrage mit "weiß nicht" antworten. Darüber hinaus zähle ich zu den unentschlossenen auch Personen, die bestimmt bzw. wahrscheinlich zur Wahl gehen wollen, bei der Sonntagsfrage eine Partei nennen, aber ihre Wahlabsicht als eher bzw. sehr unsicher einstufen. Grundlage der Auswertung sind Daten der German Longitudinal Election Study (GLES)[1]. Die Bewertung erfolgte durch 53 Personen, die meiner Zielgruppendefintion entsprechen und während der Debatte ihre Bewertung computergestützt sekundengenau dokumentiert haben (Real-Time-Response-Messung). Dabei wurde ein  Drehreglersystem eingesetzt, mit dessen Hilfe die Eindrücke auf einer 7-Punkte-Skala erfasst wurden[2]. 


  • BTW13: 72% Unentschlossene - oder doch nur 29%? Vorschläge zur Operationalisierung 

    Etwa fünf Wochen vor der Bundestagswahl sind zwei sehr unterschiedliche Zahlen zur Volatilität der Wahlberechtigen in der Welt: Zeit-Online titelt "Die meisten Wähler haben sich schon entschieden" und verweist auf eine YouGov Umfrage, nach der 62 Prozent wissen, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen und sich lediglich 29 Prozent noch nicht entschieden haben. Am selben Tag veröffentlicht das ZDF das Politbarometer, nachdem sich 72 Prozent der Befragten prinzipiell vorstellen können, auch eine andere oder sogare mehrere andere Parteien zu wählen? 

    Sehr unterschiedliche Ergebnisse zu einer - auf den ersten Blick - ähnlichen Fragestellung. Bei einer genaueren Betrachtung wird deutlich, warum die Ergebnisse soweit auseinanderliegen: Im Politbarometer wird gefragt, ob es neben der geäußerten Wahlabsicht prinzipiell denkbar sei, eine oder sogar mehrere andere Parteien zu wählen - wer mag das in einer Demokratie verneinen? Bei YouGov wird statt dessen gefragt: Falls Sie am 22. September zur Bundestagswahl gehen: Wissen Sie schon, wen Sie wählen werden? Sehr wahrscheinlich würden viele Personen, die angeben zu wissen, wen Sie wählen werden, trotzdem auch prinzipiell eine andere Partei wählen können. 

    Bei genauerer Betrachtung sind beide Fragen kaum miteinander vergleichbar. Schlimmer ist aus meiner Sicht allerdings, dass keine der beiden Fragen eine verlässliche Einschätzung zur Volatlität, d.h. zum "wirklichen" Anteil der Unentschlossenen, liefert. 



  • Rückblick TV-Duell 2009: Höhepunkte aus Sicht von CDU-Wählern

    Am 01. September findet die 90-minütige Fernsehdebatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem sozialdemokratischen Herausforderer Peer Steinbrück statt. Den deutschen Fernsehdebatten wird von der empirischen Politikforschung eine hohe Relevanz zugesprochen. Grund genug, noch einmal die Debatte des letzen Bundestagswahlkampfes Revue passieren zu lassen, die immerhin 14,2 Millionen Fernsehzuschauer live verfolgt haben und über die umfangreich in den Medien berichtet wurde. 

    Bei meiner Auswertung steht die Rolle von Sprache im Vordergrund. Hierbei konzentriere ich mich auf die Aussagen von Bundeskanzlerin Merkel, die CDU-Wähler besondes positiv bewertet haben. Grundlage der Auswertung sind Daten der German Longitudinal Election Study (GLES)[1]. Die Bewertung erfolgte durch 48 Personen, die während der Debatte ihre Bewertung computergestützt sekundengenau dokumentiert haben (Real-Time-Response-Messung). Dabei wurde ein  Drehreglersystem eingesetzt, mit dessen Hilfe die Eindrücke auf einer 7-Punkte-Skala erfasst wurden[2].



  • Meinungsforschung in Wahlkämpfen: Vergleich USA - Deutschland

    Beim gestrigen BVM Regionalabend habe ich anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl die Rolle der Meinungsforschung in den USA und Deutschland miteinander verglichen.



  • Kleinräumige Wahlkampfplanung mit Google Maps

    In der Literatur wird immer wieder darauf verwiesen, dass der persönliche Kontakt Wahlverhalten stärker beeinflusst als die Massenmedien (siehe z.B. Stefan Burgdörfer: Der Faktor Jugend - Innovative Wahlkampfmethoden in den USA und Ihre Übertragbarkeit auf Deutschland). Auch wenn das in Amerika massiv eingesetzte Microtargeting aufgrund der strengeren Datenschutzrichtlinien nicht auf  Deutschland übertragen werden kann, gibt es auch hier gute Möglichkeiten,  regionale Parteipotenziale abzuschätzen und diese, z.B. mit Google Maps, zu visualisieren.

    Die Herausforderung: Regionales Targeting sollte bei jedem Wahlkampf für die Planung von Hausbesuchen, Verteilaktionen, Plakatstellplätzen und Infoständen eine wichtige Rolle spielen. In der Praxis hat allerdings das Bauchgefühl der Wahlkämpfer häufig eine höheren Stellenwert als die systematischen Datenanalyse. Gründe hierfür sind z.B. die schlechte Verfügbarkeit relevanter Daten bzw. Schwierigkeiten bei deren Visualisierung und Interpretation. 

    Die Lösung: Mauss Research hat mit dem kleinräumigen Targeting ein Produkt entwickelt, mit dem Parteipotenziale basierend auf vorherigen Wahlergebnissen und sozio-strukturellen Merkmalen für kleinere Gebiete als Stimmbezirke geschätzt werden können. Die Visualisierung erfolgt mit Hilfe eines geographischen Informationssystems als ausdruckbare Karte (bis DinA0) und als interaktive Karte in Google Maps. 



  • Fortbildungsseminare in 2013

    Auch in diesem Jahr bietet Mauss Research wieder eintägige Fortbildungsworkshops zu folgenden Themen an: 

    Umfrageforschung für politische Institutionen und Verbände (18.10.2013)
    Details als .pdf-Datei herunterladen

    Qualitative Forschung für politische Institutionen und Verbände (25.10.2013)
    Details als .pdf-Datei herunterladen



  • Meinungsforschung in Wahlkämpfen: Vergleich USA und Deutschland

    Dieses Jahr wird in den USA ein neuer Präsident gewählt und nächstes Jahr stehen in Deutschland Bundestagswahlen auf dem Programm. Ein guter Zeitpunkt, um mal wieder die Frage nach neuen Instrumenten und Strategien im amerikanischen Wahlkampf zu stellen...

    Auch wenn meine berufliche Tätigkeit in Washington, D.C. nun schon mehr als zehn Jahre zurückliegt, tausche ich mich hierzu immer noch mit amerikanischen Kollegen aus.



  • Mauss Research ist umgezogen!

    Nach einer schönen Zeit direkt am Rosenthaler Platz bin ich zu Mitte Mai umgezogen. Wir sind zwar immer noch in der Nähe des Rosenthaler Platzes, allerdings in einer ruhigen Seitenstraße:

    Mauss Research
    Zehdenicker Straße 11
    10119 Berlin



  • Ihre Mitglieder im Blick - Intensive Mitgliederbindung durch qualitative und quantitative Meinungsforschung

    Mitgliederbindung ist eine zentrale Aufgabe vieler Organisationen. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei die Orientierung an den Bedürfnissen der Mitglieder.

    Doch was wollen Ihre Mitglieder und wie bewerten sie die Arbeit der eigenen Organisation? Ohne empirische Datengrundlage sind diese Fragen nicht zu beantworten. Die notwendige Unterstützung bieten deshalb Instrumente der Meinungsforschung.



  • Lesenswert: Repräsentativtät 2012 - Fakt, Fake oder Fetisch?

    Das Marktforschungsportal marktforschung.de hat einen neues Format gestartet: marktforschung.dossier. In diesem Format sollen wichtige Themen der Marktforschung aus unterschiedlichen Perspektiven mit Kurzbeiträgen betrachtet werden. Zum Auftakt geht es um das Thema Repräsentativität.