• Der Auftritt von Frank-Walter Steinmeier beim SPD-Parteitag am vorigen Wochenende wird in den Medien größtenteils positiv beurteilt: So titelt die Süddeutsche "Steinmeier packt den Kämpfer aus" und die FAZ zitiert den Kanzlerkandidaten mit "Geht raus und verkündet die frohe Botschaft".

    Somit hat der Parteitag vorerst die kritische Berichterstattung rund um das schlechte Abschneiden bei der Europawahl verdrängt. Kann der Parteitag ein weiteres Abstürzen in den Umfragen verhindern? Reicht diese Rede und die Verabschiedung des Wahlprogramms, um die Aufholjagd auf die Union einzuleiten? 



  • Die Europawahl 2009 zeichnete sich vor allem durch drei Dinge aus:

    • die auf niedrigem Niveau stagnierende Wahlbeteiligung (43,3 Prozent; +0,3 Punkte),
    • die geringe Bindungskraft der Volksparteien Union und SPD (zusammen 58,7 Prozent; -7,3 Punkte)
    • sowie das überraschend schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten, die ihr bisher schlechtestes Ergebnis der letzten Wahl noch einmal unterboten haben (20,8 Prozent; -0,7 Punkte).

    Stimmanteile Europawahl

    Europawahl - Gewinne und Verluste

    Welche Schlüsse lassen sich aus diesem Ergebnis für die bevorstehende Bundestagswahl ziehen? Ist die Europawahl vielleicht sogar ein Prädiktor für den nächsten gesamtdeutschen Urnengang im Herbst?



  • Am kommenden Sonntag findet die nächste Europawahl statt. In der aktuellen Umfrage von Infratest dimap (Erhebungszeitraum 26.-28. Mai 2009) für die ARD zeichnet sich eine noch niedrigere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren ab - damals lag sie bereits bei lediglich 43,0 Prozent der Wahlberechtigten. 

    Ist die erwartbare Wahlabstinenz ein Zeichen von Verärgerung über europäische Politik, Distanz zum Thema oder Enttäuschung über die Parteien? Ein Blick auf die aktuellen Wahlplakate zeigt, dass die Parteien selber nicht wissen, mit welchen Themen sie die Wähler zum Urnengang motivieren sollen.